Karl und Rosa

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Schon vor dem Ersten Weltkrieg stand Karl Liebknecht vor Gericht. 1907 verurteilte ihn das Reichsgericht für die Publikation der Schrift „Militarismus und Antimilitarismus“ wegen Hochverrats. Liebknecht unterschied darin zwischen äußerem und innerem Militarismus. Der „innere Militarismus“ heute betreibt die systematische Abwertung von Minderheiten und schwachen Gruppen. Es geht um Verächtlichmachung, es geht darum, eine empathiefreie Zone zu schaffen, in der Migrant*innen, Flüchtlinge, Obdachlose, Schwule und andere schutzlos sind und zum Ziel von Anfeindungen gemacht werden können.

Dokumente zum Frankfurter Auschwitz-Prozess

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Foto: Dzidek Lasek/pixabay Im Frankfurter Auschwitz-Prozess wurden „zur Stützung des Gedächtnisses des Gerichts“ ausnahmsweise Tonbandaufnahmen angefertigt, die nach dem Ende des Verfahrens eigentlich hätten vernichtet werden sollen. Glücklicherweise kam es nicht dazu. 2003 brachten das Fritz Bauer Institut Frankfurt am Main und das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Hauptstaatsarchiv eine DVD mit mehr als 100 Stunden Auswahl …

Bösebrücke. Der Ort, an dem die Mauer fiel

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Die Bösebrücke heißt nicht Bornholmer Brücke, auch wenn das immer wieder zu lesen ist. Die Bornholmer Straße überquert die Brücke, der S-Bahnhof Bornholmer Straße liegt unter ihr. Bis 1989/90 war hier ein Grenzübergang zwischen West- und Ost-Berlin, zwischen Wedding und Prenzlauer Berg. Hier öffneten DDR-Grenzer am 9. November 1989 nach stundenlangen Protesten als erstes die Mauer. Als die Brücke 1916 …

Besetzte Häuser in Potsdam

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Karte: http://www.berlin-besetzt.de/ Mehr als 70 Häuser sollen von 1989 bis in die Gegenwart in Potsdam besetzt gewesen sein. So lautet eines der Ergebnisse, die der Historiker Jakob Warnecke im Rahmen seines Dissertationsprojekts Schwarzwohnen und Hausbesetzungen von 1980 bis 2000 – zur Praxis des illegalen Wohnens über zwei Systeme an der Universität Leipzig zutage gefördert hat. Warnecke, der selbst einige Zeit …

Jüdische Sozialgeschichte in Schöneberg

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Das zwischen 1906 und 1910 geschaffene Bayerische Viertel in Schöneberg wird bis heute von vielen als ‘Jüdische Schweiz’ erinnert, als ein Quartier, in dem viele wohlhabende Juden gelebt haben sollen. Auf unserem Weg betreten wir dieses Wohnquartier durch den Dienstboteneingang und stellen fest, dass das Idyll brüchig wird, wenn man sich auf Spurensuche begibt.