Besetzte Häuser in Potsdam

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Mehr als 70 Häuser sollen von 1989 bis in die Gegenwart in Potsdam besetzt gewesen sein. So lautet eines der Ergebnisse, die der Historiker Jakob Warnecke im Rahmen seines Dissertationsprojekts Schwarzwohnen und Hausbesetzungen von 1980 bis 2000 – zur Praxis des illegalen Wohnens über zwei Systeme an der Universität Leipzig zutage gefördert hat. Warnecke, der selbst einige Zeit als Besetzer im „Breiti“ am Rudolf-Breitscheid-Platz  6 in Potsdam gewohnt hat, hat in Zusammenarbeit mit dem Squatting Europe Collective einen interaktiven Stadtplan von Potsdam ins Netz gestellt, über den Informationen zur Besetzungs- und Baugeschichte der Gebäude abgerufen werden können. Die Villa Arnim in der Weinbergstraße 20, die sich der preußische Hofbaumeister Ferdinand von Arnim 1860 in unmittelbarer Nähe des Parks von Sanssoucis errichtete, war genau einen Tag besetzt, am 6. August 2000. Seit über einem Jahr steht sie leer und für knapp zwei Millionen Euro zum Verkauf. Das alternative Kulturzentrum Zeppi 29 in der Zeppelinstraße 20 wurde 1998 besetzt und ist bis heute selbstverwaltet. Es bietet Wohnmöglichkeiten, eine Kneipe und kulturelle Veranstaltungen. Der Stadtplan wird ergänzt durch Fotos und einen ausführlichen Überblickstext. Die Besetzungen lassen sich mittels einer Zeitleiste unter dem Plan nach Jahren filtern, sehr nützlich, um die Dynamik der letzten 30 Jahre besser zu verstehen.

Das Squatting Europe Collective sammelt und dokumentiert darüber hinaus Informationen über die Geschichte von Hausbesetzungen in vierzehn Städten, darunter Amsterdam, London und Barcelona.